Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten: Folgen 8–10 – Der Fehler im Morgen

Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten

Folgen 8–10: Der Fehler im Morgen

Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfundene, nichtkommerzielle Fan-Fiction. Handlung und Dialoge sind vollständig neu erfunden. Bezüge zu bekannten Science-Fiction-Welten dienen ausschließlich der fiktiven Geschichte.


Folge 8: Der Besucher ohne gestern

Der Countdown lief.

23:39:12.

Dieter stellte seine Kaffeetasse neben die leuchtende Projektion. „Wenn wir bis morgen früh die Zeit reparieren sollen, hätte ich gern zuerst eine Fehlerbeschreibung.“

Andreas kniete am durchsichtigen Kreis im Werkstattboden. Drei Meter darunter lag weiterhin die Kugel mit ihren Namen.

Der Mann im grauen Overall stand plötzlich sehr still.

„Sie wissen mehr“, sagte Andreas.

Der Fremde antwortete nicht.

Dieter zeigte auf ihn. „Sie sind seit Stunden hier, haben keinen Namen genannt und finden ein Loch in der Zeit offenbar weniger überraschend als ich eine falsche Lieferung.“

Das Diagnosegerät sprang auf 0,000 / 0,004 / 0,994.

Zum ersten Mal war der mittlere Wert nicht null.

Andreas bemerkte es sofort. „Was haben Sie gerade gedacht?“

„Nichts.“

Der Wert stieg auf 0,011.

„Dann lügt das Gerät besser als Sie“, sagte Dieter.

Der Fremde setzte sich. „Mein Name ist Marek. Zumindest war er das.“

„War?“

„Ich komme aus dem Morgen, das Sie gerade auf der Kugel gesehen haben.“

Das Radio knackte. Die Stimme meldete sich: „Unvollständige Aussage.“

Marek wurde blass.

Andreas verschränkte die Arme. „Weiter.“

„In meiner Zeit existiert diese Werkstatt nicht mehr. Um 09:17 Uhr geschieht etwas. Danach fehlt nicht nur das Gebäude. In sämtlichen Aufzeichnungen fehlen auch die Menschen, die hier waren.“

Dieter sah auf den Countdown. „Und warum erinnern Sie sich?“

Marek hob langsam den linken Ärmel. Darunter befand sich kein Arm, sondern ein flimmerndes Muster aus Licht.

„Weil ich seit gestern nicht mehr vollständig in Ihrer Zeit existiere.“

In diesem Moment kam von der Enterprise eine Warnung. Fast gleichzeitig meldete STARDUST dieselbe Anomalie.

Das große Objekt am Rand des Systems war verschwunden.

Eine Sekunde später klopfte es dreimal am Werkstatttor.


Folge 9: Dreimal klopfen

Niemand bewegte sich.

Es klopfte erneut.

Dreimal.

„Erwarten wir jemanden?“ fragte Andreas.

„Seit heute Morgen nicht mehr“, sagte Dieter.

Das Tor war weiterhin verriegelt. Die Außenkamera zeigte einen leeren Hof.

Dann erschien auf dem Monitor eine Gestalt.

Nicht vor dem Tor.

Auf der Innenseite.

Dieter drehte sich um. Dort stand niemand.

Auf dem Bildschirm dagegen hob die Gestalt die Hand und klopfte gegen die Kamera – von innen.

Andreas zog das Kamerakabel heraus.

Das Bild blieb.

„Natürlich“, murmelte Dieter. „Heute funktioniert alles ohne Strom.“

Die Kugel unter dem Boden begann schneller zu pulsieren. Der Countdown sprang für einen Augenblick von 23:21:08 auf 23:21:07, dann zurück auf 23:21:09.

„Zeitversatz“, sagte Marek.

Andreas legte einen Schraubenschlüssel auf den Boden. Sein Schatten erschien zweimal: einmal dort, wo er liegen musste, und einmal zwanzig Zentimeter daneben.

„Wir haben zwei Versionen derselben Sekunde“, sagte er.

Die Gestalt auf dem Monitor zeigte nun auf den Werkzeugschrank.

Dieter öffnete ihn vorsichtig.

Zwischen Messgeräten und Ersatzteilen lag ein Gegenstand, den keiner von ihnen hineingelegt hatte: eine kleine schwarze Box mit zwei Schaltern.

Über dem linken stand STARDUST.

Über dem rechten stand ENTERPRISE.

Zwischen beiden befand sich eine rote Taste.

Darunter war mit einem Filzstift geschrieben:

NICHT GLEICHZEITIG DRÜCKEN.

Dieter sah Andreas an.

Andreas sah Dieter an.

„Das“, sagte Dieter, „ist die schlechteste Beschriftung, die man zwei Spezial-Spezialisten geben kann.“

Das Radio antwortete: „Korrekt.“


Folge 10: Der Fehler im Morgen

Andreas untersuchte die Box, ohne einen Schalter zu berühren.

„Keine Schrauben. Keine Naht. Keine Stromversorgung.“

„Also wieder normale Montagstechnik von heute“, sagte Dieter.

Marek trat zurück. „Diese Box gab es in meiner Zeit nicht.“

Die Kugel reagierte sofort.

0,000 / 0,417 / 0,583.

Der mittlere Wert stieg rasch.

Andreas verstand. „Der zweite Wert misst nicht Energie.“

„Sondern?“

„Abweichung. Vielleicht die Differenz zwischen dem, was passieren soll, und dem, was tatsächlich passiert.“

Dieter nahm einen Bleistift und schrieb auf einen Karton: SOLL / IST / REST.

„Jetzt haben die Zahlen wenigstens Namen.“

Von STARDUST kam eine kurze Datenfolge. Enterprise antwortete mit einer eigenen. Beide ließen sich trotz völlig unterschiedlicher Systeme auf dasselbe Muster reduzieren.

Andreas zeichnete die Kurven übereinander.

Sie kreuzten sich exakt bei 09:17 Uhr.

„Das ist kein Unfallzeitpunkt“, sagte er. „Das ist ein Synchronisationspunkt.“

Marek schüttelte den Kopf. „In meiner Zukunft verschwindet hier alles.“

„Vielleicht“, sagte Dieter, „weil jemand versucht hat, genau das zu verhindern.“

Das Radio schwieg.

Zum ersten Mal schien die Stimme keine Antwort zu haben.

Dann öffnete sich die schwarze Box von selbst.

Im Inneren lag ein zusammengefalteter Zettel.

Dieter nahm ihn heraus.

Die Handschrift war seine eigene.

ANDREAS HAT RECHT. 09:17 IST NICHT DAS ENDE. ES IST DER START.

Darunter stand:

WENN MAREK NOCH BEI EUCH IST, FRAGT IHN, WER IHN GESCHICKT HAT.

Alle sahen Marek an.

Sein flimmernder Arm wurde durchsichtig.

„Ich wollte es euch sagen“, flüsterte er.

Hinter ihm entstand ein schwarzer Spalt in der Luft.

Eine Stimme kam daraus. Nicht aus dem Radio, nicht aus der Kugel und nicht aus irgendeinem Gerät.

„Marek. Auftrag abbrechen.“

Der Countdown sprang auf 00:17:00.

Andreas erstarrte.

„Dieter.“

„Ich sehe es.“

Sie hatten nicht mehr bis morgen.

Sie hatten siebzehn Minuten.


Fortsetzung folgt.

In den nächsten Folgen beginnt der Kampf gegen einen Countdown, der plötzlich fast einen ganzen Tag übersprungen hat. Dieter und Andreas müssen entscheiden, ob sie Marek vertrauen können – und herausfinden, warum eine Nachricht in Dieters eigener Handschrift aus einer Zukunft stammt, die angeblich nicht mehr existiert.

Autor: Alfred Regler

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