Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten: Folgen 5–7 – Die Stimme zwischen den Sternen

Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten

Folgen 5–7: Die Stimme zwischen den Sternen

Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfundene, nichtkommerzielle Fan-Fiction. Handlung und Dialoge sind neu erfunden. Bezüge zu bekannten Science-Fiction-Welten dienen ausschließlich der fiktiven Geschichte.


Folge 5: Das Radio, das nicht aus war

„Ich.“

Die Stimme kam wieder aus dem ausgeschalteten Werkstattradio.

Dieter zog den Netzstecker aus der Steckdose.

„So“, sagte er. „Jetzt versuchen wir das noch einmal.“

„Unnötig“, antwortete das Radio.

Andreas beugte sich über das Gerät. „Keine Batterie. Kein Strom. Trotzdem Empfang.“

„Dann ist wenigstens die Stromrechnung nicht unser Problem“, sagte Dieter.

Der Besucher im grauen Overall fand das weniger lustig. Er starrte auf die Projektion des dunklen Objekts zwischen STARDUST und Enterprise.

„Antworten Sie ihm nicht“, sagte er.

„Zu spät“, erwiderte die Stimme. „Sie haben bereits geantwortet.“

Das Diagnosegerät sprang auf 0,000 / 0,000 / 0,611.

Andreas bemerkte etwas Seltsames. Jedes Mal, wenn die Stimme sprach, fiel der dritte Wert. Wenn Dieter dagegen einen Schraubenschlüssel auf die Werkbank legte, stieg er für einen winzigen Moment.

„Noch mal“, sagte Andreas.

Dieter legte den Schlüssel erneut ab.

0,000 / 0,000 / 0,614.

Der Fremde sah sie verwirrt an.

„Ihre Welt reagiert auf gewöhnliche Gegenstände.“

„Unsere Welt“, sagte Dieter, „ist voll davon.“

Andreas begann, Werkzeug auf der Werkbank zu verteilen. Schrauben, Muttern, Messschieber, eine alte Zündkerze und schließlich Dieters Kaffeetasse.

Der Wert stieg auf 0,623.

Das Radio rauschte.

„Hört auf.“

Andreas lächelte. „Jetzt wissen wir wenigstens, was ihm nicht gefällt.“

Plötzlich erschien auf der Sternenkarte ein vierter Punkt.

Nicht im All.

Direkt unter der Werkstatt.


Folge 6: Drei Meter unter Interfuel

Der Punkt lag laut Anzeige exakt 3,17 Meter unter dem Betonboden.

Dieter sah nach unten. „Da ist nichts.“

„Das sagen Leute meistens kurz bevor sie anfangen zu graben“, sagte Andreas.

Der Besucher im grauen Overall wollte widersprechen, doch in diesem Moment erschien auf der Projektion eine neue Datenfolge. Sie kam gleichzeitig von STARDUST und Enterprise. Zwei völlig verschiedene Systeme hatten unabhängig voneinander dieselbe Position berechnet.

Unter der Werkstatt befand sich etwas.

Andreas holte einen alten Leitungssucher. Das Gerät war für Wasserleitungen gedacht und hatte schon bessere Jahrzehnte gesehen.

„Damit wollen Sie ein außerirdisches Objekt suchen?“ fragte der Fremde.

„Nein“, sagte Andreas. „Damit suche ich erst einmal, ob wir beim Bohren eine Wasserleitung treffen.“

Dieter nickte anerkennend. „Deshalb ist er Spezial-Spezialist.“

Der Leitungssucher piepte an einer Stelle mitten im Boden.

Dann piepte er daneben.

Dann überall.

Das Display zeigte plötzlich keine Leitung mehr, sondern dieselben drei Zahlen wie das Diagnosegerät.

0,000 / 0,000 / 0,701

„Interessant“, sagte Andreas. „Es lernt unsere Geräte.“

„Oder unsere Geräte lernen es.“

Das Werkstatttor schloss sich von selbst.

Die Lampen flackerten.

Aus dem Radio kam wieder die Stimme.

„Ihr habt mich hierhergebracht.“

Dieter schüttelte den Kopf. „Ich war das nicht. Ich schreibe jeden Wareneingang auf.“

Auf dem Boden erschien ein dünner, leuchtender Kreis.

Genau 80 Zentimeter Durchmesser.

Dann begann der Beton innerhalb des Kreises durchsichtig zu werden.

Drei Meter darunter lag eine metallische Kugel.

Und auf ihrer Oberfläche standen zwei Namen.

DIETER.

ANDREAS.


Folge 7: Der Auftrag von morgen

Niemand sagte etwas.

Selbst das Radio schwieg.

Die Kugel unter dem Boden war ungefähr so groß wie ein Motorradhelm. Ihre Oberfläche sah aus wie Metall, spiegelte aber nicht die Werkstatt. Stattdessen zeigte sie Bilder.

Dieter sah sich selbst.

Andreas ebenfalls.

Nur waren beide auf dem Bild deutlich älter.

Hinter ihnen standen zwei riesige Schiffe. STARDUST auf der einen Seite, Enterprise auf der anderen. Zwischen ihnen befand sich dieselbe dunkle Verzerrung, die sie auf der Sternenkarte gesehen hatten.

„Das ist keine Aufzeichnung“, sagte der Besucher.

„Woher wissen Sie das?“

„Weil dieses Ereignis noch nicht stattgefunden hat.“

Andreas sah auf die Zahlen.

0,000 / 0,000 / 0,998

Der Wert war beinahe wieder auf dem ursprünglichen Stand.

„Die Kugel stabilisiert irgendetwas.“

„Oder uns“, sagte Dieter.

Die Projektion wechselte. Nun war die Werkstatt zu sehen – aber verlassen, verrostet und von Pflanzen überwuchert.

Darunter erschien ein Datum.

MORGEN, 09:17 UHR.

Andreas sah auf die echte Werkstatt. Alles war normal.

Noch.

Dann erschien ein zweiter Satz:

REPARATUR BEGINNT IN 23 STUNDEN 41 MINUTEN.

Dieter verschränkte die Arme.

„Was sollen wir reparieren?“

Die Kugel antwortete diesmal nicht über das Radio. Die Stimme kam aus allen Werkzeugen gleichzeitig.

„Nicht die Schiffe.“

Eine Pause.

„Die Zeit.“

In diesem Augenblick meldeten STARDUST und Enterprise gleichzeitig einen neuen Kontakt.

Etwas Großes war am Rand des Systems erschienen.

Und es bewegte sich direkt auf Interfuel zu.


Fortsetzung folgt.

In den nächsten Folgen beginnt der Countdown bis 09:17 Uhr. Dieter und Andreas müssen herausfinden, warum ihre Namen auf einem Objekt stehen, das offenbar aus ihrer eigenen Zukunft stammt – und was sich auf dem Weg zur Werkstatt befindet.

Autor: Alfred Regler

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