Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten: Folgen 11–13 – Siebzehn Minuten bis Morgen

Dieter & Andreas – Die Spezial-Spezialisten

Folgen 11–13: Siebzehn Minuten bis Morgen

Hinweis: Diese Geschichte ist frei erfundene, nichtkommerzielle Fan-Fiction. Handlung und Dialoge sind vollständig neu erfunden. Bezüge zu bekannten Science-Fiction-Welten dienen ausschließlich der fiktiven Geschichte.


Folge 11: Noch sechzehn Minuten

Der Countdown zeigte 00:16:42.

Dieter starrte auf die schwarze Öffnung hinter Marek.

„Also gut“, sagte er. „Wer hat dich geschickt?“

Marek sah erst Andreas, dann die Kugel unter dem Werkstattboden an.

„Niemand aus eurer Zukunft.“

„Das ist keine Antwort“, sagte Andreas.

Der schwarze Spalt flackerte.

Die Stimme wiederholte: „Marek. Auftrag abbrechen.“

Marek presste die Lippen zusammen. „Ich wurde von einer Gruppe geschickt, die nur noch aus Erinnerungen besteht. Menschen, die es nach 09:17 Uhr nicht mehr geben dürfte.“

Dieter deutete auf seinen flimmernden Arm. „So wie du?“

„Fast.“

Der Countdown sprang auf 00:16:03.

Andreas riss den Zettel mit Dieters Handschrift vom Tisch und hielt ihn neben die schwarze Box.

„Wenn 09:17 kein Ende, sondern ein Start ist, dann zählt das Ding nicht bis zu unserem Verschwinden.“

„Sondern bis zum Einschalten“, sagte Dieter.

Die Kugel unter ihnen reagierte sofort.

SOLL 0,000 / IST 0,731 / REST 0,269.

„Das Gerät bestätigt Vermutungen“, sagte Andreas.

„Oder es bewertet, wie nah wir an der richtigen Entscheidung sind.“

Das Radio knackte.

„Korrekt.“

„Sehr hilfreich“, sagte Dieter. „Vielleicht sagst du uns noch, was wir einschalten sollen.“

Keine Antwort.

Stattdessen leuchteten an der schwarzen Box beide Schalter gleichzeitig auf.

STARDUST.

ENTERPRISE.

Die rote Taste dazwischen blieb dunkel.

Andreas legte zwei Messspitzen an die Box. Das Gerät zeigte keine Spannung, keinen Strom und trotzdem einen Impuls im exakt gleichen Takt wie die Kugel.

„Die Schalter sind keine Schalter“, sagte er.

„Was dann?“

„Anforderungen.“

Von der Enterprise traf ein kurzes Signal ein. Fast gleichzeitig antwortete STARDUST.

Beide Signale enthielten dieselbe Zeitmarke:

09:17:00.

Dieter grinste schief. „Dann wissen die beiden offenbar auch, dass wir gleich etwas Dummes tun.“

Marek trat plötzlich einen Schritt zurück.

Sein Körper begann stärker zu flimmern.

„Ihr dürft die Systeme nicht gleichzeitig koppeln.“

„Warum nicht?“

Marek sah auf die rote Taste.

„Weil genau das meine Zukunft ausgelöscht hat.“


Folge 12: Zwei Systeme, eine Sekunde

00:11:58.

„Dann drücken wir nichts“, sagte Dieter.

„Zu einfach“, antwortete Andreas.

Er nahm den Karton mit den drei Begriffen SOLL / IST / REST und stellte ihn neben die Box.

„Wenn Mareks Zukunft durch eine gleichzeitige Kopplung ausgelöscht wurde, warum schickt uns Dieters zukünftige Handschrift genau zu diesem Punkt?“

Marek schüttelte den Kopf. „Vielleicht stammt die Nachricht aus einer anderen Zukunft.“

Dieter sah ihn an. „Wie viele Morgen haben wir denn inzwischen?“

„Mindestens drei“, sagte Andreas.

Er zeigte auf die Werte.

SOLL 0,000.

IST 0,731.

REST 0,269.

„Vielleicht ist REST kein Restwert. Vielleicht ist es eine dritte Möglichkeit.“

Das Radio blieb still.

„Aha“, sagte Dieter. „Jetzt sind wir offenbar an einer Stelle angekommen, an der unser unsichtbarer Berater selbst nicht weiterweiß.“

Plötzlich meldete sich die Enterprise mit einer Warnung vor einer lokalen Raumzeitverzerrung.

STARDUST registrierte im selben Augenblick eine zweite Struktur innerhalb derselben Verzerrung.

Andreas legte die beiden Datenströme übereinander.

Sie passten nicht zusammen.

Dann verschob er einen von ihnen um genau 0,269 Sekunden.

Die Kurven deckten sich perfekt.

„Da ist unser REST“, sagte er.

Dieter beugte sich über den Bildschirm. „Die beiden Systeme sehen dasselbe Ereignis, aber nicht zur selben Zeit.“

„Genau.“

„Dann dürfen wir sie auch nicht gleichzeitig einschalten.“

Andreas sah ihn an.

„Wir müssen sie um 0,269 Sekunden versetzt koppeln.“

Die rote Taste begann zu leuchten.

Marek wurde kreidebleich.

„In meiner Zeit hat niemand diesen Versatz erkannt.“

Der Countdown zeigte 00:07:31.

Dieter stellte zwei alte Werkstatt-Timer auf den Tisch.

Andreas sah sie an. „Das ist dein Plan?“

„Nein. Mein Plan wäre ein hochpräziser Zeitgeber.“

„Und das?“

„Das ist, was wir haben.“

Andreas nahm ihm die Timer aus der Hand. „Wir brauchen tausendstel Sekunden.“

Dieter zeigte auf die Kaffeemaschine.

„Die schaltet seit drei Jahren immer 0,27 Sekunden zu spät ab.“

Andreas schwieg.

„Sag jetzt nichts.“

„Ich wollte nur feststellen, dass deine schlechte Wartung gerade zum wissenschaftlichen Instrument geworden ist.“

Sie bauten den Temperatursensor der Kaffeemaschine aus und verbanden ihn mit dem Diagnosegerät.

Der erste Test ergab:

0,2687 Sekunden.

Dieter lächelte.

„Spezial-Spezialisten.“

Der schwarze Spalt hinter Marek öffnete sich weiter.

Diesmal war dahinter keine Dunkelheit.

Dahinter stand dieselbe Werkstatt.

Leer.

Verbrannt.

Und auf der Wand stand in großen Buchstaben:

NICHT DIE ROTE TASTE.


Folge 13: Die Taste, die keiner drücken darf

00:03:04.

Dieter blickte auf die Warnung in der anderen Werkstatt.

Dann auf die rote Taste.

„Das wäre jetzt der Moment, an dem normale Menschen gehen.“

„Wir haben noch drei Minuten“, sagte Andreas.

„Das beantwortet meine Aussage nicht.“

Marek trat an den Spalt.

„Diese Werkstatt dort ist meine Zeitlinie.“

„Und wer hat die Warnung geschrieben?“ fragte Andreas.

Marek antwortete leise: „Ich.“

Dieter hob eine Augenbraue.

„Dann hast du uns gerade zweimal widersprüchliche Hinweise aus der Zukunft gebracht.“

„Nein“, sagte Marek. „Ich glaube, beide Hinweise sind richtig.“

Andreas verstand zuerst.

„Die rote Taste darf nicht gedrückt werden.“

„Und trotzdem muss sie ausgelöst werden“, sagte Dieter.

Sie sahen sich an.

Der Countdown zeigte 00:02:19.

Andreas nahm die Box hoch und drehte sie um.

Auf der Unterseite war jetzt etwas zu sehen, das vorher nicht dort gewesen war: drei winzige Kontakte.

S.

E.

R.

„STARDUST, Enterprise, Rest“, sagte Dieter.

„Oder Reihenfolge“, sagte Andreas.

Sie verbanden den ersten Kontakt mit dem STARDUST-Signal.

Den zweiten mit dem Signal der Enterprise.

Den dritten mit der um 0,269 Sekunden verzögerten Leitung aus dem improvisierten Kaffeemaschinen-Zeitgeber.

Die rote Taste erlosch.

Der Countdown blieb bei 00:01:17 stehen.

Niemand sagte etwas.

Dann sprang die Anzeige auf:

09:17:00 – SYNCHRONISATION BEREIT.

Die Kugel unter dem Boden öffnete sich.

Nicht mechanisch.

Ihre Oberfläche wurde durchsichtig.

Im Inneren befand sich ein kleiner, vollkommen dunkler Raum.

Und darin stand ein Mann.

Dieter ließ beinahe den Schraubendreher fallen.

Der Mann sah aus wie er.

Älter. Müder. Mit einer Narbe über der Stirn.

Der andere Dieter hob die Hand.

„Wenn ihr mich sehen könnt, habt ihr den ersten Fehler verhindert.“

Andreas trat näher.

„Den ersten?“

Der ältere Dieter nickte.

Hinter ihm flammten zwei Projektionen auf.

Eine zeigte die STARDUST.

Die andere die Enterprise.

Zwischen beiden entstand ein drittes Symbol.

Es war weder terranisch noch einem der bekannten Systeme zuzuordnen.

Der ältere Dieter sah direkt zu Marek.

„Jetzt kommt der Teil, den er euch nicht erzählen durfte.“

Marek schloss die Augen.

Die Stimme aus dem schwarzen Spalt sagte nur ein einziges Wort:

„Kontakt.“

Dann fiel in der gesamten Werkstatt der Strom aus.


Fortsetzung folgt.

In den nächsten Folgen müssen Dieter und Andreas herausfinden, wer hinter dem dritten Symbol steckt, warum ein älterer Dieter in der Kugel erscheint und welche Wahrheit Marek bislang verschweigen musste.

Autor: Alfred Regler

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